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Projekte Informationen zu den 2021 eingereichten Projekten


Diversität an beruflichen Schulen

Waldemar Schmidt, Berufliche Schule ITECH Elbinsel Wilhelmsburg (BS14), Hamburg

Die verstärkte Radikalisierung und Vereinzelung in letzter Zeit haben zu einer Teilung der Gesellschaft geführt, die sich auch in einer politischen Repräsentation im deutschen Bundestag wiederfindet. Dies wurde auch durch die Corona-Pandemie verstärkt.

Die Berufliche Schule ITECH Elbinsel Wilhelmsburg in Hamburg ist mit zahlreichen Bildungsgängen, ihrem weit über Hamburg hinaus reichenden Einzugsgebiet und ihren sehr heterogenen und altersgespreizten Lerngruppen ein breites Abbild unserer Gesellschaft. Täglich treffen hunderte Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen aufeinander. Dies führt für Lernende und Lehrende zu einem breiten Spagat im Umgang mit Vielfalt und Konflikten. Im Schulalltag bleibt häufig nicht viel Zeit zur Bearbeitung dieser Themen.

Seit Jahren ist an der ITECH ein Leitbild mit dem Fokus auf die Übernahme von Verantwortung für sich selbst und andere, Toleranz und wertschätzenden Umgang etabliert. Die ITECH versteht sich als lebendigen Teil von Wilhelmsburg. Trotzdem begegnen uns im Alltag in unterschiedlichen direkten und indirekten Ausprägungen Rassismus, Intoleranz und Abwertung.

Dies hatte in großer Distanz keinen Raum, da die Menschen nur fokussiert auf die fachliche Interaktion für uns sichtbar waren. Jetzt begegnen wir uns wieder "neu" in voller Präsenz mit Erfahrungen und Haltungen, deren Entwicklung in den letzten anderthalb Jahren nicht offenbar wurden und entsprechend hätten bearbeitet werden können. Unser Leitbild ist nicht mehr präsent.

Ziele und Zielgruppe
Den oben genannten herausfordernden Themen möchten wir als Schulgemeinschaft begegnen und ein Vorbild für weitere Schulen sein. Das Ziel des Projekts ist es, einen professionell begleiteten Prozess anzustoßen, der Verantwortung, Toleranz und Wertschätzung erlebbar macht und Diversität in der Schulkultur sichtbar verankert. Die Zielgruppe des Projekts besteht aus Schülerinnen und Schülern aller Bildungsgänge, allen Kolleginnen und Kollegen, Betrieben und Akteuren im Bereich der Demokratisierung im Stadtteil Wilhelmsburg.

Methodik und Didaktik
Angestrebt werden jährlich wiederkehrende Workshops oder Barcamps mit externen Experten, die handlungsorientiert und erlebbar Toleranz, Verantwortung und wertschätzenden Umgang aufgreifen und einen bildungsgangübergreifenden Erfahrungsaustausch ermöglichen. Nicht zuletzt soll geprüft werden, wie das Thema Diversität im Lernfeld- und Fachunterricht thematisch und konzeptionell eingebettet werden kann, um die persönliche und berufliche Relevanz in den Fokus zu stellen. Hierfür können bestehende Lernfeldszenarien überarbeitet oder ergänzt werden. Die Entwicklung eines geeigneten Konzepts für die ITECH soll unter professioneller Beteiligung mit allen schulischen Akteursgruppen stattfinden.

Durchführung
●  Bildung einer Arbeitsgruppe zur Koordination des Projekts
●  Kontaktaufnahme zu externen Akteuren und Experten, die eine professionelle Begleitung ermöglichen

Erwartungshaltung
Wir erwarten die vertiefende Verankerung von demokratischen Werten und eine Aufwertung des Schulklimas durch die Öffnung von "Räumen" und Möglichkeiten des offenen Austauschs. Wir zielen vor allem auf eine Sensibilisierung aller schulischen Akteure für Vielfalt und Achtsamkeit im Alltag und möchten das Engagement von Schülerinnen und Schülern für diese Themen stärken, um unser Leitbild erlebbar zu machen.

Zusammenarbeit / Akteure
●  Einbeziehung der Schulen (BS 13 Berufliche Schule Anlagen- und Konstruktionstechnik und BS 15 Berufliche Schule für medizinische Fachberufe) auf dem Schulcampus
●  Aufbau weiterer Kooperationen mit Hamburger Schulen
●  Expertinnen und Experten zur Begleitung und Durchführung von Workshops und Barcamps
●  Betriebe

Voraussetzungen
Es gibt bereits ein bestehendes Leitbild, auf das das Projekt aufbauen soll.

Zeitplan
●  Zeitnah (bis Ende 2021): Bildung einer Arbeitsgemeinschaft zur Koordination des Projekts
●  Anfang 2022: Ansprache von Expertinnen und Experten und Beginn der Planung der Workshops
●  August 2022: Der Beginn wird voraussichtlich auf den Start des neuen Ausbildungsjahres gelegt, um die Schulkultur neuen Schülerinnen und Schülern bereits von Anfang an nahe zu bringen.
●  Ende 2022: Auswertung der ersten Durchführung und Weiterentwicklung des Angebots

Einsatz Fördergeld
●  
Externe Expertinnen und Experten für die Prozessbegleitung
●  Externe Expertinnen und Experten für die Durchführung der Workshops und Schulung von Kolleginnen und Kollegen
●  Eventuelle Materialbeschaffung

 
 

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