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Projekte Informationen zu den 2021 eingereichten Projekten


Karriere dual: Azubiworkshops

Melanie Grisard, Gemeinschaftsschule Harksheide, Norderstedt

Das Konzept kann man sich vorstellen wie eine Grundlage zur Partnervermittlung für den passenden Praktikumsplatz. Dabei wird Wert gelegt auf ein stärkenbasiertes Matching im Vorwege:

Die SuS lernen nur Betriebe im Rahmen der Workshops kennen, die auch zu ihren individuellen Stärken passen. Dem werden kompetenzbasierte Selbst- und Fremdeinschätzungen in Form von Befragungen zugrunde gelegt. Beteiligt daran sind die Lernenden selbst, ihre Erziehungsberechtigten sowie die Klassenlehrkräfte. Das NEPUZ-Logo ist Maskottchen des Projekts.

Im Rahmen eines 60- bis 90-minütigen Azubiworkshops lernen die SuS in Kleingruppen die Chefin oder den Chef des Unternehmens kennen sowie Auszubildende der Firma. Während die Lernenden sich mit den Auszubildenden unterhalten, müssen die Vorgesetzten draußen vor der Tür bleiben.

Für die Workshops kommen aber nicht alle Firmen in Betracht, sondern es ist ein Qualifizierungsverfahren für die Unternehmen vorgeschaltet.

Ziele und Zielgruppe
Das Ziel ist zunächst die regionale Verbesserung der Berufsorientierung für alle SuS ab Klassenstufe 8. Die Erfahrung vor Durchführung der Azubiworkshops zeigte, dass viele Lernende sich nicht zielgenau um einen Praktikumsplatz gekümmert haben, weil es diesbezüglich auch an Führung fehlte. Bei vielen SuS herrschte auch nach dem Praktikum ein Mangel an beruflicher Orientierung. Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass es förderlich ist, die Jugendlichen mit Unternehmen in Kontakt zu bringen, die sich zuvor ebenfalls qualifizieren mussten.

Die Azubiworkshops helfen dabei, Unternehmen (Chef + Auszubildende) kennenzulernen und danach unterrichtsbegleitend gezielt Bewerbungen für Praktikums- und Ausbildungsplätze zu verfassen, sobald die SuS merken, dass sie ein "Match" haben, also das Unternehmen zu ihren Stärken und Interessen passt.

Methodik und Didaktik
Das Projekt wird im Rahmen des Klassenlehrerunterrichts in Jg. 8 vor- und nachbereitet. Für jeden Unterrichtsblock sind 60 Minuten vorgesehen. Die Einheit besteht aus neun Blöcken. Dabei sind die Inhalte unter anderem die Vorbereitung des stärkenbasierten Matchings, gezielte Vertiefung von bereits bekannten Inhalten (Stellenanzeige finden, Bewerbung schreiben, im Bewerbungsgespräch überzeugen) sowie die Einführung von neuen relevanten Themen (Rechte und Pflichten in der Ausbildung, Kündigung und Kündigungsschutz).

Auch eine Nachbereitung des Projekts sowie die Evaluation finden im letzten Unterrichtsblock statt. In zwei Unterrichtsblöcken begleitet der projektverantwortliche externe Partner die SuS. Er ist die Schnittstelle zu den Unternehmen.

Vor Durchführung der Einheit findet ein anleitendes Treffen der projektbeauftragten Lehrkraft mit den Klassenlehrkräften statt, dabei werden unter anderem die digitalisierten Materialien erklärt sowie Durchführungshinweise gegeben.

Durchführung
Das Projekt findet parallel zum laufenden Unterricht jedes Schuljahr zwei Wochen lang statt. Jeder Workshop dauert zwischen 60 und 90 Minuten. In diesem Schuljahr werden etwa 30 verschiedene Unternehmen teilnehmen. Das Projekt ist inhaltlich und zeitlich in eine Unterrichtseinheit der 8. Klassen unserer Schule eingebettet. Die Einheit findet von Februar bis Mai statt, so dass die SuS in Jahrgang 8 auch genug Zeit haben, ihre Bewerbungen zu schreiben und direkt abzuschicken, um sich die gewünschten Plätze zu sichern. Das Schulpraktikum findet im darauffolgenden Februar statt.

Für die Workshops sind bisher Chefs und Auszubildende der betreffenden Unternehmen zu uns in die Schule gekommen und standen dort den vorbereiteten SuS Rede und Antwort. Neben einer Kurzvorstellung des Betriebs stehen dabei vor allem die Erfahrungen der Auszubildenden im Mittelpunkt jedes Workshops. Die SuS können so prüfen, ob die Menschen des Betriebs, die Arbeitsabläufe und die betrieblichen Anforderungen zu ihnen passen.

Erwartungshaltung
Das Projekt hat bisher nachweisbar durch Evaluationen großen Anklang in Schüler- und Elternschaft der Gemeinschaftsschule Harksheide gefunden. Auch die Unternehmen lieferten positive Rückmeldungen. Einige Schülerinnen und Schüler haben bereits freiwillig in ihren Ferien Praktika absolviert, weil sie die Unternehmen unbedingt weiter kennenlernen und nicht bis zum Schulpraktikum warten wollten. Zudem sind bisher etwa zehn Praktikumsplätze für Februar 2022 über die Durchführung der Azubiworkshops vermittelt worden.

Das Projekt soll weiter ausgebaut werden. Weitere Firmen sollen durch die Erfolge des Projekts ermutigt werden, ihre Nachwuchsförderung zu professionalisieren, um sich für das Projekt zu qualifizieren. Dies kommt dann unserer Schülerschaft zugute, weil sie eine große Auswahl haben und die Chance besteht, Unternehmen bereits vor dem Praktikum kennenzulernen, bzw. zu erkennen, welche Berufsbilder und Firmen zu ihnen passen.

Zusammenarbeit / Akteure
Die zentrale Schnittstelle ist der Unternehmensberater Frank Tietgen, der dieses Projekt ins Leben gerufen hat. Er ist Ansprechpartner für unsere Schule und die Schnittstelle zu den Unternehmerinnen und Unternehmern. Er koordiniert gemeinsam mit Melanie Grisard als projektverantwortliche Lehrkraft zeitlich die Workshops und nimmt auch an vorbereitenden Elternabenden teil. Zudem ist es ihre Aufgabe, die Klassenlehrkräfte aus Jahrgang 8 zu schulen, was die Unterrichtsvorbereitung und -durchführung anbelangt. Die Klassenlehrkräfte sind außerdem im Hinblick auf die projektbegleitende Elternkommunikation wichtig.

Darüber hinaus sind zwei Mitglieder des Fördervereins der Schule auch Mitglied im Kompetenzzentrum Karriere Dual Norderstedt e.V. Dieser Verein stellt finanzielle Mittel bereit und ist ein weiteres Bindeglied zu den Unternehmen. Eine gute Zusammenarbeit aller Verantwortlicher ist Voraussetzung für das Gelingen dieses Projekts im Sinne der SuS.

Voraussetzungen
Sowohl die personellen als auch die technischen Ressourcen sowie das Know-how für das Projekt sind grundlegend bereits gegeben. Allerdings stellen wir uns einen weiteren Ausbau des Projekts vor. Unter anderem sollen Shuttlebusse zu den Unternehmen einen noch realisitischeren Einblick in die Berufsausbildung der jeweiligen Firma ermöglichen. Zudem gibt es aktuell die Vision die digitale Vernetzung des Projekts weiter voranzutreiben, zum Beispiel durch ein App-Matching-System, mit dessen Hilfe die SuS sich direkt mit für sie interessanten und zu ihren Stärken passenden Unternehmen verknüpfen könnten.

Zeitplan
Das Projekt läuft eingebettet in die Unterrichtseinheit jedes Jahr von Februar bis Mai. Neben neun Zeitstunden Unterrichtszeit (inkl. Evaluation und Nachbereitung) im 8. Jahrgang, die unsere Schule dafür bereitstellt, benötigt die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Projekts auch zwei Lehrkräfte-Innovationsstunden. Die Workshops laufen in zwei festgelegten Wochen und jedes der 30 Unternehmen erhält einen Zeitslot (60 bis 90 Minuten), um den Workshop durchzuführen.

Einsatz Fördergeld
Der Einsatz von Shuttlebussen zu den Unternehmen würde einen noch eindrucksvolleren Einblick in den Azubialltag liefern. Diese könnten mithilfe des Fördergeldes mit finanziert werden. Bisher war das nur einmalig möglich (siehe Video). Zudem gibt es aktuell die Vision die digitale Vernetzung des Projekts weiter voranzutreiben, zum Beispiel durch ein App-Matching-System, mit dessen Hilfe die SuS sich direkt mit für sie interessanten und zu ihren Stärken passenden Unternehmen verknüpfen könnten. Die Förderung würde damit direkt den SuS einen Nutzen bringen.

 
 

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