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Geförderte Projekte Informationen zu den 2020 zur Förderung ausgewählten Projekten


Wie war es damals - Jugendliche stellen Fragen an die Shoa-Überlebende Rahel Renate Mann

Sara Herrmann, Ev. Fachhochschule Moritzburg (Sachsen)

Schülerinnen und Schüler von drei Berliner Schulen wenden sich im Rahmen der schulischen Erinnerungs- und Gedenkarbeit mit ihren Fragen an die Shoa-Überlebende Rahel Renate Mann. Nach der vorherigen Beschäftigung mit dem Leben der Zeitzeugin entwickelten und formulierten die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen, die Frau Mann in einem Interview gestellt wurden. Ihre Antworten und Berichte wurden zu einem 41-minütigen Kurzfilm zusammengefügt. Dieses soll im Schuljahr 2020/21 in einer Premierenveranstaltung erstmals öffentlich gezeigt werden. Zudem soll für Rahel Renate Mann und ihre Mutter Milda Wolf ein Stolperstein in Berlin Schöneberg verlegt werden.

Ziele und Zielgruppe
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, Klasse 8-10, lernen die Person Rahel Renate Mann kennen und setzen sich anhand ihrer persönlichen Erlebnisse und Schilderungen mit der Zeit des Nationalsozialismus in Berlin und Deutschland auseinander. Schülerinnen und Schüler lernen beispielhafte Personen kennen, die in verschiedener Weise gegen das Naziregime gehandelt haben und für Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit einstanden. Durch das Führend des Interviews und die Produktion lernen die Schülerinnen und Schüler eine Möglichkeit der Erinnerung und Mahnung kennen. Durch eine geplante Stolpersteinverlegung für Rahel Renate Mann und ihre Mutter Milda Wolf schaffen Schülerinnen und Schüler selbst einen Ort der Erinnerung und Mahnung. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Ereignissen rund um den zweiten Weltkrieg, erkennen Schülerinnen und Schüler den Wert einer demokratischen Gesellschaft und ihren Beitrag zum Erhalt dieser.

Methodik und Didaktik
Durch die Zusammenführung aus zwei, in einem thematischen Zusammenhang stehenden Projekten, waren theoretische Grundlagen schon gelegt. Die Zusammenführung bestand 1) aus einem denkmal-aktiv-Schulprojekt (Schulprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz) an der Alfred-Nobel Schule in Berlin Neukölln. Ebenfalls war am Campus Efeuweg im Schuljahr 2019/20 eine Gedenkstättenwoche eingeplant, die sich mit den verschieden Orten des nationalsozialistischen Terrors in Berlin beschäftigen sollte. Den Höhepunkt der Projektwoche sollte das Gespräch mit Rahel Renate Mann bilden. Durch die andauernde Corona-Krise mussten alle Exkursionen und Projekte gestoppt werden. Ziel war nun, sehr kurzfristig eine sinnvolle Weiterführung zu gewährleisten.

Durchführung
Alle Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich zu erst mit dem Leben der Zeitzeugin und formulierten Fragen an sie. Aus diesen wurden Fragenkomplexe gebildete, die dann zu prägnanten Fragen gebündelt wurden. Unter der professionellen Mithilfe der Kamerafrau Frau Kuntscher-Rambaeck wurden diese Fragen durch Schüler eingesprochen und gefilmt. Am 11. Juni 2020 fand das Interview mit Rahel Renate Mann statt. Die Schülerfragen wurden im Interviews per Tablet eingespielt. Danach wurde das Rohmaterial durch Frau Kuntscher-Rambaeck zu einem 41-Minuten-Video zusammengeschnitten. Im Schuljahr 2020/21 soll das fertige Video in einer Premierenveranstaltung erstmals öffentlich gezeigt werden. Weiterhin ist die Verlegung eines Stolpersteins für Rahel Renate Mann und Milda Wolf in der Starnberger Straße 2 in Berlin-Schöneberg geplant. Geplante Exkursionen der Gedenkstättenwoche sollen nachgeholt werden.

Erwartungshaltung
Ein wichtiger Punkt im Projektverlauf war und ist der persönliche Kontakt, der zwischen Rahel Renate Mann und den Schülerinnen und Schülern hergestellt und aufgebaut wurde. Durch die Möglichkeit des Fragens haben die Schülerinnen und Schüler eine Shoa-Überlebende kennengelernt und konnten mit dieser in einer besonderen Weise in Beziehung treten. Da uns diese Zeitzeugen kaum noch zur Verfügung stehen, ist das eine äußerst wertvolle Bereicherung für den Schulalltag. Weiterhin bietet dieses Projekt einen wichtigen Beitrag zur demokratischen Bildung der Schülerinnen und Schüler. Ihnen wird eine Möglichkeit aufgezeigt, gegen das Vergessen und für Demokratie und Menschlichkeit einzutreten. Weiterhin steht das entstandene Video den beteiligten Schulen zur Verfügung und soll in der schulischen Gedenkstättenarbeit, sowie im Geschichts-, Ethik- und Religionsunterricht Einsatz finden. Ebenfalls ist eine breitere Veröffentlichung denkbar, da Rahel Renate Mann sowie die gezeigten Schüler ihre Zustimmung zur Veröffentlichung erteilt haben.

Zusammenarbeit / Akteure
Folgende außerschulischen Akteure sind am Projekt beteiligt:
Gedenkstätte deutscher Widerstand
Bündnis Neukölln - Miteinander für Demokratie, Respekt und Vielfalt
Museum Neukölln
Bonhoeffer-Stiftung Berlin
Denkmal aktiv, das Schulprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Arbeitsstelle für evangelischen Religionsunterricht Neukölln

Zeitplan
Halbjahr Schuljahr 2020/21: Öffentliche Premiere des Zeitzeugenvideos "Wie war es damals - Jugendliche stellen Fragen an die Shoa- Überlebende Rahel Renate Mann"
Halbjahr Schuljahr 2020/21: Verlegung eines Stolpersteins für Rahel Renate Mann und Milda Wolf in Berlin Schöneberg, sowie Exkursionen zu außerschulischen Lernorten

Einsatz Fördergeld
Kosten für Premierenveranstaltung: Aufwandsentschädigung für Rahel Renate Mann, ggf. anfallende Raumkosten, Fahrtkosten, Kosten für kleine Snacks und Getränke
Kosten für die Anfertigung und Verlegung von zwei Stolpersteinen
Kosten für Workshops und Exkursionen, Eintrittspreise, Fahrtkosten zu einer Gedenkstätte in der Nähe Berlins
Kosten für Recherche und Informationsbeschaffung/Literatur für das Schüler- und Lehrerteam
Materialkosten, d.h. der fertige Film soll für die Schulen auf einen USB-Stick gezogen werden, weitere Aufnahmen sollen ggf. gemacht werden.

 
 

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