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Geförderte Projekte Informationen zu den 2018 zur Förderung ausgewählten Projekten


Lesetagebücher, die Leselust und somit Lesekompetenz fördern

Katrin Hoffmann & Kerstin Kiehl, Helmholtz-Gymnasium Dortmund, Dortmund

 
Ziele und Zielgruppe
Unser Projekt richtet sich an SuS im Fach Englisch (in Bälde auch in Deutsch) der Jg. 6 bis Q2 mit Migrationshintergrund und aus sozial benachteiligten Familien. In einer Welt, in der das Lesen und Schreiben durch Vorlesefunktionen und Autoergänzung oder Sprachnachrichten zunehmend vereinfacht bzw. einem schon quasi abgenommen wird, verkümmern diese Kompetenzen, obwohl sie für eine unmissverständliche Kommunikation nach wie vor einen wichtigen Bestandteil des Lebens darstellen und gerade für die kompetente Nutzung von Computer, Smartphones, Tablets usw. sehr wichtig sind. Viele unserer SuS erfahren zu Hause keine Lesekultur und haben somit zusätzlich zu ihren Sprachbarrieren einen erschwerten Zugang zu Literatur und der kompetenten Nutzung von Schriftsprache. Unser Projekt soll durch den Wechsel vom rein rezeptiven Vorgang zu einem aktiven Gestalten des Lesens und des Gelesenen die Lust und Freude am Lesen und Schreiben fördern und so – quasi nebenbei – diese Kompetenzen stärken.

Methodik und Didaktik
Jede/r Lehrer/in kann mit den Materialien entweder als Klassenlehrer/in oder als Fachlehrer/in dieses Projekt sofort ohne große Umstände umsetzen. Dies kann verpflichtend passieren (so zum Beispiel in Klasse 6 bereits erprobt) oder aber als freiwillige Schuljahresaufgabe (so in Klassen 9, EF und der Q-Phase bereist erprobt) zum "Erwerb" eine zusätzlichen Leistung der sonstigen Mitarbeit, welche dann als 3. „mündliche“ Note berücksichtigt und in die Benotung mit einfließt.

Durchführung
Es handelt sich um einen Aufgabenapparat mit einem Grundstock an Pflichtaufgaben und vielen weiteren Zusatzaufgaben sowie der Möglichkeit, sich eigene Aufgaben zu überlegen und diese mit in das Lesetagebuch einzubinden. Voraussetzung ab Klasse 9 ist, dass die SchülerInnen einen Roman ohne reduzierten Wortschatz selbständig aussuchen, dabei sollte vor allem das eigene Interesse im Vordergrund stehen, es gibt keine Vorgaben zu Genre oder Umfang. Die SchülerInnen schaffen sowohl den Roman als auch das von ihnen benötigte Material für das Tagebuch selbst an. Das Tagebuch muss handschriftlich gestaltet werden, um ein Kopieren aus dem Internet zu vermeiden und die eigene "begreifende" Beschäftigung mit Buch und Tagebuch anzuregen. Die Bewertung erfolgt mit einem klassischen Bewertungsbogen.

Erwartungshaltung
Unserer Erfahrung nach hat ein großer Teil der SchülerInnen, die freiwillig ein Lesetagebuch angefertigt haben, dadurch eine Begeisterung am Lesen von Romanen und der kreativen Gestaltung der Lesetagebüchern in dem Rahmen entwickelt, welche sie ungefragt uns gegenüber äußerten. Ferner haben sie – wenn es sich zum Beispiel um eine Buchreihe handelte – sich weitere Bücher davon besorgt und gelesen.
 
Bei einer möglichen, zukünftigen Durchführung in einem größeren Rahmen (ab Klasse 5 pro Schuljahr ein Buch), erhoffen wir uns eine deutliche Verbesserung der Lesekompetenz, des Umgangs mit Sprache in Wort und Schrift und eine Leichtigkeit im Umgang mit jeglicher Literatur.

Zusammenarbeit / Akteure
Das Projekt kann sowohl von einzelnen Lehrern als auch von Lehrerteams umgesetzt werden, ggf. auch im Rahmen einer AG mit externen Kräften. Vorstellbar und auch wünschenswert für die Zukunft wäre eine flächendeckende Implementation an der gesamten Schule mit einem Roman pro Jahr, zunächst auf deutsch in Klasse 5 und später dann auch im Fach Englisch und einer weiteren modernen Fremdsprache.

Voraussetzungen
Die Durchführung an sich gestaltet sich aufgrund der Einfachheit (Arbeitsblatt ausgeben, Beispielseite besprechen, Schüler schaffen Buch und Material für das Lesetagebuch selbst an, in jüngeren Jahrgängen übernimmt das der Klassenlehrer) unproblematisch. Schön und förderlich wäre eine schuleigene, auf dieses Projekt ausgerichtete, Bibliothek.

Zeitplan
Es gibt bereits Material, welches von uns und ein paar anderen KollegInnen eingesetzt wird. Es wäre ein Traum von uns, es spätestens ab Schuljahr 2019/20 auch für das Fach Deutsch einzusetzen und da unter Umständen insofern verpflichtend, als dass die SchülerInnen pro Schuljahr einen Roman entsprechend bearbeiten müssten, diesen jedoch auch frei wählen können. Dieses Vorgehen könnte folgendermaßen im hausinternen Curriculum integriert werden:
⦁    für die Jg. 5 und 6 im Fach Deutsch
⦁    für Englisch ab Klasse 6 in der bilingualen AG
⦁    für Englisch ab Klasse 7 mit einem reduzierten Wortschatz
⦁    für Englisch ab Klasse 9 mit regulärem Wortschatz

Einsatz Fördergeld
Das Fördergeld würden wir dafür einsetzen, eine Auswahl an Romanen anzuschaffen, um eine für das Projekt eigens gestaltete Bibliothek, vor allem für die Jg. 9 bis Q 2, bzw. zukünftig Jg. 13, aufzubauen, die den SchülerInnen ansprechende Romane sehr einfach zugänglich macht und so vielleicht – gerade, wenn es um den Einsatz als freiwillige Zusatzaufgabe geht – das letzte Hemmnis, die Anschaffung eines Buches, aus dem Weg zu räumen. Ferner würden wir das Geld unter Umständen auch für studentische Hilfskräfte einsetzen, die ihm Rahmen der Deutschförderung sich in Randstunden mit schwächeren Schülern der Jg. 5 bis 8 als Lesetagebuchpaten beschäftigen, um besonders diesen Schülern einen gewinnbringenden Zuwachs im Bereich der Lesekompetenz zu ermöglichen.

 

 
 
 

Kerstin Kiehl (li.) und Katrin Hoffmann
Foto: Martin Magunia/Deutsches Lehrkräfteforum

 

Materialien zum Reading Log (ZIP)

Projektbericht (PDF)

 

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